
Revo Hospitality hat für rund 140 Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Die Sanierung in Eigenverwaltung soll bis Sommer 2026 erfolgen. Nach Angaben des Berliner White-Label-Operators wird der Betrieb der 125 Hotels mit allen 5.500 Mitarbeitern in Deutschland und Österreich fortgeführt. 140 Revo-Gesellschaften beantragten inzwischen beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung. Gerichtlich bestellte Sachwalter überwachen die Verfahren. Für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren agieren Dr. Gordon Geiser und Dr. Benedikt de Bruyn von der Berliner Rechtsanwaltskanzlei GT Restructuring, eines der größten deutschen Insolvenzverwalterbüros, als Geschäftsführer der Gesellschaften. „Mit den überwiegend in Eigenverwaltung beantragten Verfahren für die rund 140 Gesellschaften bestehen gute Aussichten für eine zügige Sanierung und eine langfristige Fortführung. Wir werden den Geschäftsbetrieb umgehend stabilisieren und erste Sanierungsmaßnahmen in Absprache mit den wesentlichen Stakeholdern umsetzen. Bei der Agentur für Arbeit haben wir eine Vorfinanzierung der Gehaltszahlungen für die Monate Januar bis März 2026 beantragt“, erklärt Dr. Geiser.
Gründe für die finanzielle Schieflage
Im Zuge der Wirtschaftskrise gerieten die Gesellschaften inklusive der Verwaltungs- und Holdinggesellschaft in Schwierigkeiten. Insbesondere die gestiegenen Lohnkosten und die starke Anhebung der Mindestlöhne, aber auch erhöhte Miet-, Energie- und Lebensmittelpreise belasteten das Geschäft. Vor allem verursachte die starke Expansion der Revo Hospitality Group in den letzten Jahren Doppelstrukturen und Integrationsprobleme. Ebenso war die Akquisition der neuen Hotels kostenintensiv und die Übernachtungszahlen stiegen nicht wie erwartet. Damit sind die ambitionierten Pläne von Ruslan Husry, CEO und Inhaber der HR Group, wie eine Seifenblase geplatzt. Nachdem er H-Hotels mit 60 Häusern und zehn Betrieben von H World International (hotelbau berichtete) übernommen hatte, gründete er im April 2025 die Revo Hospitality Group (hotelbau berichtete), die aus der 2008 gegründeten HR Group hervorgeht und deren komplettes Hotelportfolio repräsentiert. Das Unternehmen versteht sich als Full-Service-Plattformanbieter für Markenführung, Hotelmanagement und Hospitality-Technologie. Während 2020 noch 51 Hotels zur Gruppe gehörten, sind es heute 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern und 135 Städten mit einem jährlichen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und rund 8.300 Mitarbeitern. Das rasante Wachstum wurde dem Unternehmen letztlich zum Verhängnis.
Der Weg aus der Krise
Geplant ist, die Revo Hospitality Group mit einem veränderten Bedarf an Managementleistungen neu zu strukturieren. Ziel dabei ist eine langfristige Lösung für die Gruppe selbst und für alle von ihr betriebenen Hotels, um so eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger zu erreichen. In Abstimmung mit den vom Gericht ernannten vorläufigen Sachwaltern und dem Gläubigerausschuss wollen Dr. Geiser und Dr. de Bruyn internationale Investoren gewinnen: „Die Eigenverwaltung ermöglicht eine schnelle Stabilisierung und eine geordnete Überleitung auf einen Investor, ohne die zahlreichen Hotelbetriebe wesentlich einzuschränken. Mit Einleitung des Insolvenzverfahrens dürfte sich auch das bis heute spürbare Interesse von Investoren noch erhöhen“, meint de Bruyn.

