Hotelier statt Schmuckdesigner

Was haben David Beckham, Til Schweiger und U2-Frontmann Bono gemeinsam? Die drei reihen sich in eine lange Liste von Prominenten ein, die in der Hotelbranche aktiv sind.

Cristiano Ronaldo arbeitet mit der portugiesischen Hotelkette Pestana zusammen. Robert de Niro gehört das Greenwich Hotel in New York. David Copperfield hat ein Resort auf einer Bahamas-Insel. Leonardo Dicaprio plant ein ökologisch vertretbares Hotelprojekt in Belize. Das bekannteste deutsche Beispiel für einen Prominenten, der unter die Hoteliers gegangen ist, dürfte wohl Til Schweiger sein: Er eröffnete im Sommer 2018 das Barefoot Hotel am Timmendorfer Strand. Wenig später stieg die Hotelgruppe Arcona als Lizenznehmer in das Projekt ein, um das Konzept für den internationalen Markt weiterzuentwickeln. Aber auch andere Persönlichkeiten, die man aus den Klatschspalten kennt, sind in der Hotelbranche vertreten.

Der Trend ist auch nach Deutschland geschwappt

Schauspielerin Jessica Schwarz und ihre Schwester eröffneten gemeinsam zwei Hotels im Odenwald. Der Ehemann von Schlagersängerin Andrea Berg ist einer der Geschäftsführer des Hotels Sonnenhof, unweit von Stuttgart. Der Gründer des Unternehmens Haribo, Dr. Hans Riegel, stieg 1960 in ein Hotel- und Golfresort in Rheinland-Pfalz ein.

Noch vor wenigen Jahren entwarfen viele Stars und Sternchen Schmuckkollektionen. Auf diese Weise blieben Sandy Meyer-Wölden, Verona Pooth und Jenny Elvers im Gespräch. Auch internationale Berühmtheiten wie Paris Hilton, das ehemalige It-Girl, Model Heidi Klum und Schauspielerin Sharon Stone brachten in der Vergangenheit schon Schmuck heraus. Die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Wie involviert sie in die Kollektionen tatsächlich waren, ist fraglich.

Hospitality statt Strass

In diesem Sinne hat der Beruf des Hoteliers den des Schmuckdesigners als Zeitvertreib für Prominente abgelöst: Celebrities können in Projekte investieren und sich aus dem Tagesgeschäft heraushalten. Sie können ihren Namen an die Fassade kleben, Möbelstücke für das Interior Design aussuchen, täglich an der Rezeption stehen und Gäste empfangen oder hin und wieder im Hotel vorbeischauen und die Gäste als besonderes Highlight mit ihrer Anwesenheit beehren. Welche Rolle auch immer die Prominenten übernehmen wollen, sie stärken mit einem Hotelprojekt immer sich selbst als Marke. Dazu braucht es keine Ausbildung oder Erfahrung in der Branche, es reicht ein (halbwegs) bekannter Name. Diese Strategie funktioniert, weil sich Fans als potenzielle Kunden ihrem Star näher fühlen wollen. So wie damals mit den Schmuckstücken.

Seine Mode, sein Parfum, sein Hotel

Neuestes Mitglied im Club der Promi-Hoteliers ist der ehemalige Profifußballer David Beckham. Er will noch in diesem Jahr ein Hotel in Macao, China, eröffnen. Das Konzept heißt The Londoner. Und der Name ist Programm: Unter dem Motto „Bringing the Best of London to Macao”, soll das Hotel das Flair der britischen Hauptstadt an der chinesischen Küste versprühen. Alles in allem ein schlauer Schachzug. Denn wenn man nicht mehr Fußball spielt und gerade keine Kooperation mit einem großen schwedischen Modekonzern am Laufen hat oder keinen neuen Duft herausbringen möchte, eröffnet man eben ein Hotel.