
Die Hotelinsolvenz von Revo Hospitality (hotelbau berichtete) treibt aktuell die Branche um und ist bei weitem kein Einzelfall. Sie legt ein Systemversagen offen, das den gesamten europäischen Hotelimmobilienmarkt betrifft: die systematische Entkopplung von Daten, Entscheidungen und Risikotragung zwischen Operatoren, Immobilieneigentümern und Franchisegebern. Umso wichtiger ist es, jetzt zu handeln und die Governance-Strukturen zu überdenken. Hilfreich können hierbei KI-gestützte Frühwarnsysteme sein. Denn feststeht: Je eher die entsprechenden Kennzahlen vorliegen, desto schneller können die Beteiligten reagieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die technologischen Voraussetzungen für eine bessere Datenintegration sind vorhanden, sie müssen „nur“ nutzbar gemacht und für die Hospitality-Branche entsprechend aufbereitet werden.
Dieser Aufgabe hat sich beispielsweise Mice Desk angenommen. Es entwickelt KI-gestützte Lösungen für die Automatisierung von Convention Sales, indem es die operativen, finanziellen und prognostischen Dimensionen in integrierten Datengrundlagen zusammenführt. Auf Basis dessen arbeitet das Leipziger Unternehmen aktuell an einem Frühwarnsystem, das Asset Ownern und Kreditgebern Abweichungen von kritischen Kennzahlen in Echtzeit signalisiert.
Stimmen aus der Branche
„Die Entwicklung bei Revo wird die Diskussion um Transparenz zwischen den Vertragspartnern neu entfachen – Bonität, Liquidität und Stressresilienz der Betreiber rücken in den Fokus. Ein zeitnahes, systemübergreifendes Reporting von Umsatz-, Forecast- und Ergebnisentwicklungen wäre für mich die logische Konsequenz“, erklärt Olaf Steinhage, Gründer Holler Hospitality und ehemaliger ZIA-Ausschussvorsitzender Hotelimmobilien.
„Die Defizite, die der Fall Revo offenlegt, sind nicht unvermeidlich. Sie resultieren aus Governance-Strukturen, die reformierbar sind. Kern einer solchen Reform wäre die Überbrückung der Informationsasymmetrien zwischen den Stakeholdern. Echtzeit-Dashboards für Eigentümer und Kreditgeber, standardisierte Reporting-Formate, automatisierte Frühwarnsysteme bei Covenant-Annäherung – all dies ist technisch umsetzbar und in anderen Branchen längst etabliert“, meint Mice-Desk-CEO Bernd Fritzges.
Andreas Martin, Vorsitzender des Arbeitskreises Hotelimmobilien, ergänzt: „Im Pachtvertrag müsste eine offene Kommunikation der wesentlichen Kennzahlen festgeschrieben sein, die über Belegung und Durchschnittszimmerpreis hinausgehen – einschließlich Kostenpositionen und weicher Faktoren wie Personalfluktuation.“
Treffen Sie Bernd Fritzges bei der Sitzung des AK Hotelimmobilien in Mannheim
Aus aktuellem Anlass diskutiert der Arbeitskreis die Auswirkungen der Insolvenz eines Hotelbetreibers für alle Beteiligten (Verpächter, Markengeber, Zulieferer). Das Thema wird sowohl im Rahmen des Treffens der Fachgruppe „Vertragswerkstatt“ am 3. Februar (zu dem auch Gäste zugelassen sind) als auch im großen Plenum am 4. Februar behandelt. Teilnehmer der AK-Sitzung ist unter anderem Mice-Desk-CEO Bernd Fritzges. Auch Sie können noch dabei sein.
Das vollständige Programm und das Anmeldeformular finden Sie unter:
https://ak-hotelimmobilien.de/mannheim2026/

Treffen Sie Bernd Fritzges bei der Sitzung des AK Hotelimmobilien in Mannheim